
3 Verteidiger, 4 Stürmer, ein überragender Torhüter und das Glück des Tüchtigen reicht, um bei Sayaluca Lugano, seines Zeichens der aktuelle und ambitionierte Absteiger aus der NLA, einen wichtigen Punkt einzufahren.
Die Vorzeichen standen schlecht. Der dezimierte Kader der Hurricanes, der die Reise sonntags früh ins sonnige Tessin unter die Räder nahm, musste auf einige Stammspieler verzichten. Die Tatsache allerdings, dass in einer Halle gespielt werden durfte, liess die Hoffnung nie erlöschen. Im Gegenteil: Die Vorfreude auf das Spiel, in dem es auf dem Papier eigentlich nichts zu holen gibt, war spürbar.
Die Lenzburger begannen fokussiert und spielten ein geradliniges und effizientes Hockey, was dem mit 3 Linien agierenden Heimteam Mühe bereitete. Keeper Buob strahlte von Beginn an jene Ruhe und Entschlossenheit aus, die an diesem Nachmittag nötig war, um zu bestehen. Von Beginn weg zog Lenzburg ein äußerst aggressives Pressing auf, was die Führung des Heimteams in Minute 5 dennoch nicht verhindern konnte.
Die Hurricanes blieben ihrem Spiel treu und wurden 6 Sekunden vor Schluss des ersten Drittels belohnt, in dem Joye aus spitzem Winkel in die Tessiner Maschen einnetzte. Der Ausgleich bekräftigte die Gäste in ihren Taten, was im Mitteldrittel in der erstmaligen Führung gipfelte:
Koch kam soeben von der Strafbank, während Kleiner seinen Zweikampf an der Bande gewann und den Ball auf diesen ins Zentrum zurücklegte. Dort liess sich Koch nicht zweimal bitten und tat, was er am besten kann, zog direkt ab und sah den Ball unter der Latte im Netz zappeln.
Schiri Brönimann liess in der Folge keine Zweifel aufkommen, dass er als Deutschschweizer die Gäste bevorteilen würde und schickte Buob wegen Torverschieben zwei Minuten auf die Strafbank, was zu diesem Zeitpunkt doppelte Unterzahl bedeutete. Für das bislang hervorragende Boxplay der Hurricanes war das folglich eines zu viel - Lugano gelang der Ausgleich.
Koch, Gfeller und Frei rotierten in der Defensive fleissig und wussten mit viel Einsatz, teilweise mit Glück und Buob im Rücken weitere Tore zu verhindern - nicht aber die erneute Führung Luganos kurz vor der Pause.
Die Pausengespräche trugen Früchte. Beim Drittelstart spürte man förmlich, wie sehr die Lenzburger hier etwas Zählbares holen wollte. Die Bestätigung folgte umgehend in Form eines Powerplay-Treffers.
Auf zwei weitere Rückstände fanden die Hurricanes durch Karlen und Koch immer und immer wieder die richtige Reaktion, womit es 10 Minuten vor Schluss 5:5 hiess. Die Spannung war nun greifbar, denn die Hurricanes wollten diesen einen Punkt um jeden Preis. Eine weitere Strafe der Hurricanes trug keinesfalls zur Beruhigung der Situation bei, doch das Team hielt stand, wie schon den ganzen Nachmittag und tat, was zu tun war; es wurde gekämpft und geschuftet, bis kurz vor Schluss als das gefährlich Sturmduo Karlen und Joye um ein Haar das Siegestor verpasste! Durch die Zuschauer in der Palamondo Cadempino ging ein Raunen, wohl nicht zuletzt ein Staunen über den Gast aus Lenzburg.
Die Freude, den Punkt erreicht zu haben, war gross, wich aber schnell, denn der Zusatzpunkt wollte sich das Team nun ebenfalls noch sichern.
In der Overtime war es allerdings Sayaluca, das vehement das Siegestor suchte. Das rettende Penalty-Schiessen schafften die Hurris nicht, denn Lugano drückte - wie auch immer - den Ball kurz vor Schluss über die Linie. Die Proteste wegen einem möglichem Torraumoffside fanden bei den Schiedsrichtern kein Gehör, womit es bei einem Punkt blieb.
Kämperfisch war das wohl die beste Leistung der Hurricanes seit Jahren! Unerschrocken spielte das Team unter der Führung von Kapitän Joye aus einer soliden Defensive vorwärts und verwertete zudem zwei von vier Powerplays! Mit Buob, 3 Verteidigern und 4 Stürmern, inklusive NLB-Debütant Kaufmann, der seinen Job mehr als gut machte, holte man den Punkt, der in der Endabrechnung goldwert sein kann.